muenchenbuehnen.de Theater in München
Jagdszenen aus Niederbayern
20. November - Montag
19:00 Uhr

Veranstaltungsort: Residenztheater

Martin Sperr
Martin Kušej
Annette Murschetz
Heide Kastler
Bert Wrede
Jürgen Kolb
Jeroen Versteele und Laura Olivi
Abram: Katja Bürkle
Tonka: Anna Drexler
Barbara: Gundi Ellert
Maria: Sibylle Canonica
Volker: Michele Cuciuffo
Rovo: Nils Strunk
Zenta: Katharina Pichler
Metzgerin: Silja Bächli
Knocherl: Michael Tregor
Georg: Arthur Klemt
Paula: Pauline Fusban

In seinem Erstlingsstück, entstanden zwischen 1962 und 1965, schreibt Martin Sperr über eine Dorfgemeinschaft in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Diese richtet sich gegen alle, die sich nicht der Norm anpassen können oder wollen. Die Bäuerin Maria, die mit ihrem Knecht Volker zusammenlebt, nachdem ihr Mann nicht aus dem Krieg zurückkam, wird als Schandfleck angesehen. Ihr Sohn Rovo gilt als Dorftrottel, das Mädchen Tonka als die Dorfhure. Als Abram, der wegen Homosexualität eine Haftstrafe verbüßt hat, zurückkommt, bietet sich eine neue Zielscheibe. Die Situation verschärft sich drastisch, als Tonka behauptet, von Abram geschwängert worden zu sein, und er sie aus Panik ersticht.
Martin Kušej verknappt in seiner Bearbeitung Martin Sperrs Stück auf vierzehn Szenen. Jede für sich thematisiert das Phänomen der „Jagdbarkeit der Menschen“ und erzählt eine kleine, eigenständige Geschichte. Man wird immer wieder davon überrascht, wie die Opfer der einen Szene plötzlich die grausamen, beleidigenden oder rücksichtslosen Täter der nächsten werden. Als ob man mit einem Rasiermesser ein Geschwür aufschneidet und, auch wenn man nur einen kleinen Ausschnitt der Wunde sieht, spürt, dass der ganze Körper todkrank ist.

Veranstaltungsort: Residenztheater Max-Joseph-Platz 1 80539 München [ Altstadt/Lehel ] Telefon: +49 89 21851940 E-mail: tickets@residenztheater.de Web: www.residenztheater.de
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