muenchenbuehnen.de Theater in München
Iwanow
13. Dezember - Mittwoch
19:30 Uhr
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Veranstaltungsort: Residenztheater

Regie: Martin Kušej
Bühne: Annette Murschetz
Kostüme: Heide Kastler
Musik: Bert Wrede
Licht: Tobias Löffler
Dramaturgie: Götz Leineweber
Nikolai Alexejewitsch lwanow: Thomas Loibl
Anna Petrowna: Sophie von Kessel
Matwej Semjonowitsch Schabjelski: René Dumont
Pawel Kiriljitsch Lebedjew: Oliver Nägele
Sinaida Sawischna: Juliane Köhler
Sascha: Genija Rykova
Jewgeni Konstantinowitsch Lwow: Till Firit
Marfa Jegorowna Babakina: Hanna Scheibe
Dmitri Nikititsch Kosich: Paul Wolff-Plottegg
Michail Michailowitsch Borkin: Marcel Heuperman
Awdotja Nasarowna: Ulrike Willenbacher
Jegoruschka: Arnulf Schumacher
Gawrila: Alfred Kleinheinz
Erster Gast: Max Koch
Dritter Gast: Jeff Wilbusch
Erstes Fräulein: Pauline Fusban

"Iwanow ist erschöpft", schreibt Tschechow in einem berühmten Brief, "er begreift sich selbst nicht", aber das Leben kümmert das nicht.

Er lebt verschuldet in der Provinz und leidet, aber das Leben kümmert das nicht. Es plagen ihn Menschen, die sich an ihm bereichern, ihn plagt seine verlöschende Tatkraft und die schwindende Liebe zu seiner Frau Anna ebenso wie die Verliebtheit der jungen Sascha, aber das Leben kümmert das nicht. Das Leben verlangt die Ernte einzubringen, die Schulden zu bezahlen, sich um die kranke Anna zu kümmern und Sascha die Wahrheit zu sagen. Iwanow schiebt es auf: Anna stirbt, er verspricht Sascha die Heirat, kündigt sie auf und erschießt sich. Schwäche kann grausam sein.

Tschechow darf getrost als "Poet des Mordes und des Terrors gelesen werden, dessen Sehvermögen für den Schmerz der Existenz nur noch erhöht wird durch die disziplinierte Stimme des Verständnisses, mit dem er davon erzählt" (Rufus W. Mathewson). Iwanow wollte anfangs anderes und scheiterte damit an seiner Umgebung. Das macht ihn brutal und kalt, steigert sein Desinteresse am Leben und anderen Menschen. Auch Tschechow ist dieser Begrenztheit in seiner Arbeit immer wieder begegnet, wenn er sich für Bauern oder Strafgefangene einsetzte. Es hat ihn verhärtet, es hat seine Ideale verpanzert. Zum Glück hatte er Erfolg und auch mal eine Liebschaft, das rettet einen doch aus dem Stumpfsinn. Aber das Leben kümmert das nicht. Bis heute.

Veranstaltungsort: Residenztheater Max-Joseph-Platz 1 80539 München [ Altstadt/Lehel ] Telefon: +49 89 21851940 E-mail: tickets@residenztheater.de Web: www.residenztheater.de
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