muenchenbuehnen.de Theater in München
Marat/Sade
13. November - Dienstag
20:00 Uhr

Veranstaltungsort: Residenztheater

Regie: Tina Lanik
Bühne: Stefan Hageneier
Musik: Cornelius Borgolte
Licht: Gerrit Jurda
Dramaturgie: Andrea Koschwitz
Marquis de Sade: Charlotte Schwab
Jean Paul Marat: Nils Strunk
Simonne Evrard, seine Frau: Pauline Fusban
Charlotte Corday: Lilith Hässle
Duperret, Liebhaber Cordays: Thomas Gräßle
Jacques Roux, ehemaliger Priester: Thomas Lettow
Ausrufer: Michele Cuciuffo
Chor: Joachim Nimtz
Wolfram Rupperti
Götz Schulte

Als Autor und Regisseur lädt Marquis de Sade zum grotesken Revolutionstheater und ruft die Geister der Französischen Revolution herauf. Deren Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind bereits wenige Jahre nach der Revolution für immer verloren. Radikaler Individualismus steht auf der Tagesordnung. Die Freiheit des Einzelnen geht auf Kosten anderer und die Brüderlichkeit scheint zum Nationalismus verkommen. Die Darstellung der Ermordung des wichtigsten Wortführers für die Rechte des einfachen Volkes, Jean Paul Marat, kommentiert de Sade mit seiner eigenen Erfahrung gegenüber einer Revolution, die "zu Ende geführt" wurde "von Kaiser Napoleon". Während der extreme Sozialist Marat und der skeptische Individualist de Sade noch über die Notwendigkeit sozialer Umwälzung debattieren, lässt de Sade dreimal die Mörderin Marats, Charlotte Corday, auftreten. Die ehemalige Landadlige und ihr Liebhaber, der girondistische Abgeordnete Duperret, eröffnen als konservative Patrioten den Totentanz der Restauration. Denn längst will auch das Volk sein Stück vom Kuchen und fordert: "Marat wir wollen keine Tüten kleben/ Marat wir wollen im Wohlstand leben."

Mehr als fünf Jahrzehnte nach der Uraufführung, die Peter Weiss am 29. April 1964 über Nacht als Theaterautor weltberühmt gemacht hat, stellen sich die Fragen nach Freiheit, Gerechtigkeit und politischem Bewusstsein immer wieder neu. Peter Weiss’ Drama, von Tina Lanik inszeniert, ist geschichtsphilosophische Reflexion und Theaterspektakel zugleich und dank seiner radikalen Offenheit bis heute kontrovers.

Veranstaltungsort: Residenztheater Max-Joseph-Platz 1 80539 München [ Altstadt/Lehel ] Telefon: +49 89 21851940 E-mail: tickets@residenztheater.de Web: www.residenztheater.de
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